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Stefanie Dehnhardt hütet das Tor der HSG Waldhessen – und sitzt sonst am Zeitnehmertisch der TGR. Sie zieht den Teamvergleich und erklärt, warum der Druck im Derby enorm ist.

Mit Spannung erwartetes Duell: Die HSG Waldhessen, hier Gina Groth (links) und Madleen Reichardt (rechts), empfängt die TG Rotenburg, hier Alina Hollstein. © Stefan Kost-Siepl
Bebra/Rotenburg – Erneut steht ein Derby auf dem Spielplan der Handball Bezirksoberliga der Frauen – aber nicht irgendein Derby: Am Sonntag treffen die HSG Waldhessen und die TG Rotenburg aufeinander. Anwurf ist um 17 Uhr in der Großsporthalle in Bebra.
Welches Team hat in welchem Mannschaftsteil seine Stärken? Wir haben gemeinsam mit Stefanie Dehnhardt auf beide Mannschaften geschaut und den Teamvergleich gezogen. Die 42-Jährige ist Torhüterin der HSG, kennt aber auch den Gegner sehr gut.
Die Torhüterinnen: Erfahrung trifft auf Zukunft
Was das gesamte Duell beschreibt, zeigt sich besonders beim Blick auf die Torhüterinnen. Bei Waldhessen stehen mit Stefanie Dehnhardt und Nicole Leinhos zwei erfahrene Keeperinnen zwischen den Pfosten – und beide verbindet eine enge Beziehung zur TGR. Dehnhardt sitzt seit vielen Jahren bei den Heimspielen der TGR-Handballerinnen am Zeitnehmertisch, während Leinhos als Lebensgefährtin von Trainer Sebastian Jaschinski als Kamerafrau im Einsatz ist. „Das macht es zu einem besonderen Duell für uns“, sagt Dehnhardt.
Auf Rotenburger Seite stehen mit Lea Waffenschmidt und Hannah Birkel zwei junge Torhüterinnen. Waffenschmidt hat sich aus Sicht Dehnhardts in den vergangenen Jahren stark entwickelt. Auch Birkel zeige gute Ansätze, allerdings fehle es ihr noch etwas an Durchhaltevermögen. ⇥Vorteil Waldhessen
Die Abwehr: Waldhessen ist das Körperliche gewöhnt
Auch in der Defensive sieht Dehnhardt Vorteile aufseiten der HSG. „Bei uns ist viel Erfahrung da, und wir sind mehr das Körperliche gewohnt. Mia Hedrich, Martina Sinnning und Eva Golkowski – die sind schon andere Sachen gewöhnt“, sagt die Torhüterin. Gleichzeitig hat die 42-Jährige großen Respekt vor der Rotenburger Abwehr. „Die Mädels in Rotenburg haben sich gut entwickelt. Ihre Abwehr ist sehr agil und athletisch.“ ⇥Vorteil Waldhessen
Der Angriff: Rotenburg kommt über Tempo und Athletik
Im Angriff treffen zwei unterschiedliche Spielweisen aufeinander. „Wir sind schon sehr individuell unterwegs, bei Rotenburg macht es das Kollektiv“, beschreibt Dehnhardt die Unterschiede. Die Rotenburgerinnen verfügen über viel Tempo und Athletik. „Wenn es ihnen gelingt, diese Stärken auszuspielen und unsere Abwehr in Bewegung zu bringen, haben sie ihre Vorteile. Dann können sie Lücken reißen.“ Gleichzeitig warnt Dehnhardt vor den Spielerinnen auf Rotenburger Seite, die eine Partie mit ihren individuellen Fähigkeiten entscheiden können. Dazu gehören für sie Linkshänderin Fabienne Grützmacher, Alina Hollstein und Johanna Grunwald. ⇥Vorteil Rotenburg
Die Trainer: Dehnhardt erwartet eine Überraschung
Auf den Trainerbänken stehen sich zwei unterschiedliche Typen gegenüber. Von Rotenburgs Coach Sebastian Jaschinski erwartet Dehnhardt einmal mehr eine taktische Überraschung. „Er zaubert immer irgendwas aus dem Hut. Ich gehe davon aus, dass er sich auch diesmal wieder eine sehr interessante Abwehrkonstellation ausdenkt.“ Auf HSG-Seite steht Sascha Kepert, der von Heinrich Eisel unterstützt wird. Dehnhardt sieht dabei einen Unterschied in der Ansprache. „Kep ist um einiges ruhiger und geht mehr auf individuelle Dinge ein.“ Entscheidend sei letztlich, dass die Mannschaft das umsetzt, was besprochen wurde.⇥Vorteil Rotenburg
Das Fazit: Torhüterin sieht Waldhessen vorn
Wer hat nun die besseren Karten? Dehnhardt verweist zunächst auf den Heimvorteil – und auf eine offene Rechnung. „Wir spielen zu Hause und haben da noch was gutzumachen.“ Im Oktober 2025 hatte die HSG Waldhessen das Hinspiel mit 20:22 verloren. Es war die einzige Heimniederlage, die die HSG in der gesamten Saison 2025/26 hinnehmen musste.
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Bebra/Rotenburg – Neue Saison, neue Herausforderungen, neue Ziele: In der Handball-Bezirksoberliga der Frauen fliegt ab Samstag der Ball wieder. Zu den zehn Mannschaften, die der Liga angehören, zählen auch die HSG Waldhessen und die TG Rotenburg.

Zurück auf der Platte: Für Waldhessens Martina Sinning (links) und Rotenburgs Johanna Grunwald gilt es ab Samstag wieder in der Bezirksoberliga. © Stefan Kost-Siepl
Der TG Rotenburg winkt am Sonntag um 15.30 Uhr gleich zum Auftakt das Derby mit dem TV Hersfeld II. Derzeit steht noch eine Spielverlegung im Raum. Dennoch herrscht Vorfreude bei Trainer Sebastian Jaschinski. „Obwohl Hersfeld als Absteiger der klare Favorit ist, empfinde ich das Spiel zu Beginn als angenehme Aufgabe. Wir haben nichts zu verlieren.“ Ziel für die Spielzeit ist es, sich „im Vergleich zur vergangenen Saison weiter zu steigern und unsere Systeme zu festigen“. Wie sich das am Ende in Zahlen ausdrückt, sei bei der durch die drei Absteiger verkleinerten Liga schwer vorauszusagen.
Die Vorbereitung, mit der Jaschinski sehr zufrieden ist, hat bei den Rotenburgerinnen ziemlich früh angefangen. Schon Anfang Juni ging es weiter. „Bei der erfahrenen Truppe, die ich bis vor zwei Jahren trainiert habe, habe ich den Handball dann für eine Weile auf die Seite geschoben, um die Geilheit darauf wieder zu erzeugen“, sagt Jaschinski. Bei seiner nach dem Umbruch recht jungen Mannschaft sei das kaum notwendig. „Die Mädels sind da selbst bekloppt. Kaum ist das letzte Training der Vorsaison rum, fragen sie schon nach dem nächsten.“
Besonders besticht die Gruppe in Sachen Athletik. „Unsere Spielweise erfordert viel Beinarbeit“, erklärt Jaschinski. „Wir sind ein kleiner gewachsenes, aber schnelles Team. Deshalb können wir auf die meisten Gegner nicht hinten warten, sondern müssen sie so früh wie möglich in der Bewegung stoppen.“ Auch für ein gutes Umschaltspiel sei die richtige Athletik wichtig.
Neu dabei ist Stella Wager vom Hünfelder SV. Die 19-Jährige geht seit August auf die Landesfinanzschule Rotenburg und meldete sich daraufhin bei der TGR. „Sie passt wie Arsch auf Eimer zu uns“, sagt Jaschinski. Nach Schwangerschaften kehren zudem Zoe Frömel und Inken Niebuhr zurück. „Die drei verstärken uns extrem. Alles, was vorher auf Kante genäht war, wird sich dadurch entspannen“, sagt Jaschinski. Luca Mäusgeier wird nicht mehr für jedes Spiel zur Verfügung stehen.
10.09.2026 - Alicia Kreth, HNA
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Augen zu und durch: Johanna Grunwald (links) wird beim Abschluss unsanft von Hannah Bruhn gestört. Foto: Alicia Kreth

