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Die TG Rotenburg feiert im Kreisderby gegen Werra/Landeck den ersten Saisonsieg. Bester Werfer Simon Kleinwächter traf sieben Mal – und musste am Ende von Teamkollegen vom Feld getragen werden.

Im Anflug: Jonas Barzov von der HSG Werra/Landeck im Anflug auf das Rotenburger Tor. © Foto: Stefan Kost-Siepl

Rotenburg – Aufatmen bei der TG Rotenburg: Im Kreisderby der Handball-Bezirksoberliga Männer gelang der Mannschaft um Tomislav Balic und Simon Golkowski der erste Saisonsieg. Im Vergleich der beiden Mannschaften von der Fulda (Rotenburg) und der Werra (Werra/Landeck) gewannen die Rotenburger mit 37:32 (18:17).

Zum Schluss platzten fast die Trommelfelle, so laut war es in der Rotenburger Albert-Schweitzer-Halle. Fans, die nebeneinander saßen, konnten sich in der letzten Minute in normaler Zimmerlautstärke nicht mehr unterhalten. Das lag aber nicht nur allein am rhythmischen Klatschen der stehenden Fans, sondern auch an lauter, flotter Musik wie dem Bayerischen Defiliermarsch. Der tönte aus dem Lautsprecher, wenn mal wieder einer auf die Bank musste.

Auch die Stimme des Hallensprechers ertönte laut. Sie erinnerte an die eines Ansagers in einer Geisterbahn, wie sie auf der „Wies‘n“ in München oder auf Lolls in Bad Hersfeld zu finden sind. Jedes Mal, wenn ein Rotenburger einen Treffer gelandet hatte, ging seine Tonlage tief in den Keller. Es fehlte nur das Kettenrasseln und das freche Lachen der Gespenster. Eine kleine Spukgeschichte war bei diesem Sieg der TGR schon dabei. Denn so klar, wie das Ergebnis zum Schluss, war der Spielverlauf beileibe nicht.

Rotenburg führte zwar, aber der Vorsprung war trügerisch. Bis in die Schlussphase hinein war der Gast vom Werraufer ein stets ebenbürtiger Gegner. Viermal startete er eine fulminante Aufholjagd, schaffte es aber kein einziges Mal in diesem Derby vor 200 Zuschauern, die Führung zu übernehmen. „Lag aber auch daran, dass wir heute bei der Aufstellung improvisieren mussten“, bilanzierte Michael Drob. Der Trainer zählt auf: Jakob Schäfer – verletzt, Leon Munk – im Urlaub und Ingo Breitbarth war privat verhindert. Drob war trotzdem überzeugt, dass für sein Team mehr möglich gewesen wäre: „Wir haben es nicht geschafft, die Führung zu übernehmen.“

Jonas Barzov war bei den Aufholjagden einer der Motoren. Aber der Werra-Landecker Rückraumspieler bezog sich selbst mit in die Kritik ein. So abschlussicher sei auch er nicht gewesen, um der Partie eine Wende zu geben. „Wir haben schon zu Beginn beim 3:3 gleich drei freie Würfe vergeben. Wenn wir da vorn gelegen hätten, hätten wir die Marschroute bestimmen können“, sagte Barzov.

Mit Tomislav Balic hat einer der erfahrensten Spieler aus dem vergangenen Jahrzehnt bei der TGR das Ruder übernommen. „Wir haben zu viele technische Fehler gehabt“, sagte der TGR‑Coach. „Sonst hätten wir sicherlich höher gewinnen müssen. Aber wir wissen, woran wir arbeiten müssen.“ Stark bei den Rotenburgern: die Talente, wie Max Bussmann oder Simon Kleinwächter, der insgesamt sieben Tore warf. Kleinwächters Pech: In der zweiten Hälfte knickte er um und musste zum Schluss von seinen Teamkollegen vom Platz getragen werden. Rotenburg musste überdies in Hälfte eins eine umstrittene Rote Karte gegen Maurice Reyer hinnehmen. Damit fehlte einer der ruhenden Pole im Angriff und in der Abwehr.

Rotenburg: Wenderoth, Olbricht, Brandau - N. Fischer 8, Bläschke, Groth 4, Krapf 2, Reyer 4, Bozoljac 1, Kesten, Putivtsev 2, Kleinwächter 7, Kaiser, Günther 7, Bussmann 2, J. Fischer
Werra-Landeck: Lusky, Gruner - Krause 8, Danz, Lotz 2, Barzov 6, Wolf 4, Braunschweig 2, Werner 2, Petzold 4, Klein, Keil 3, von Manger 1

28.09.2026 - Hartmut Wenzel, HNA

 

 

Die TG Rotenburg empfängt die HSG Werra/Landeck zum Bezirksoberliga-Derby. Nicht für alle Spieler haben Nachbarschaftsduelle einen besonderen Wert.

Derbys haben keine Sonderstellung: Tom Balk (Mitte) tritt sein zweites Seniorenjahr bei der TG Rotenburg an. © Kost-Siepl, Stefan

Derbys sind auch nicht mehr das, was sie mal waren – zumindest lässt so manches Gespräch mit jungen Spielern darauf schließen. Gibt es unter Sportlern wirklich eine unterschiedliche Haltung zur Bedeutung von Nachbarschaftsduellen? Vor dem Bezirksoberliga-Derby mit der HSG Werra/Landeck am Samstag um 17.30 Uhr in der Großsporthalle haben wir uns bei den Handballern der TG Rotenburg umgehört.

Co-Trainer Simon Golkowski hat auf dem Feld schon so einige Begegnungen mit den Nachbarn von Werra/Landeck und auch Hersfeld erlebt. „Das ist immer ein heißes Eisen“, sagt der 37-Jährige, der bis 2024 selbst zum Rotenburger A-Kader gehörte und den Posten an der Seite von Tomislav Balic zur laufenden Saison übernommen hat. „Da muss man schauen, dass man die Emotionen im Griff hat.“

Ob Derbys nach wie vor einen besonderen Stellenwert haben? „Ich denke schon“, sagt Golkowski. Er muss es wissen: Am vergangenen Wochenende stand er mit dem Rotenburger Reserveteam der HSG Waldhessen gegenüber. „Da hat man schon gemerkt, dass in der Halle etwas anderes in der Luft lag.“ Wichtig sei in solchen Begegnungen, „gut reinzufinden und seine eigenen Stärken abzurufen“. „Dann muss man vor keinem Gegner Angst haben“, weiß Golkowski.

Nachwuchs legt weniger Wert auf Derbys

Eine andere Ansicht vertritt Tom Balk. Der 19-Jährige schaffte in der vergangenen Saison den Sprung aus der Jugend in den Seniorenbereich und hat nun sein zweites Jahr im A-Kader angetreten. „Für uns Jüngere spielen Derbys gar keine so große Rolle“, sagt der Linksaußen. „Die meisten kennen sich und spielen schon seit Jahren gegeneinander. Wir wollen einfach unseren Spaß haben und zwei Punkte holen.“

Die bislang letzten zwei Derbys mit Werra/Landeck hat Balk selbst miterlebt. Beide entschied die TGR mit 29:25 und 40:25 deutlich für sich. „Es waren schöne Spiele mit guter Stimmung“, erinnert sich der 19-Jährige. Für ihn beinhalteten sie ein besonderes Aufeinandertreffen: In den Reihen der HSG steht mit Jonas Barzov nicht nur ein Ex-Rotenburger, sondern auch Balks ehemaliger Deutschlehrer. „Das ist schon cool, sowas hat man nicht oft“, sagt Balk, der am Samstag aus privaten Gründen jedoch nicht dabei sein wird.

Co-Trainer erwartet Teamleistung

Nach der Auftaktniederlage gegen den TSV Eintracht Böddiger und dem Unentschieden gegen die HSG Datterode/Röhrda/Sontra peilt die TG Rotenburg den ersten Sieg an. „Ich erwarte, dass wir eine geschlossene Teamleistung zeigen und jeder das abruft, was er kann“, sagt Golkowski. „Wir sind nicht so gestartet, wie wir es uns erhofft hatten. Gegen Datterode hätten wir auch verlieren können. Aber wir wissen, was wir können, und wollen das jetzt zeigen.“

Weil am selben Tag auch die Frauen in der Bezirksoberliga (siehe Bericht unten) und die zweite Männermannschaft in der Bezirksliga daheim antreten, erhofft sich Balk eine gute Stimmung als Rückenwind: „Im besten Fall gehen wir mit sechs Punkten raus.“

25.09.2026 - Lucca Günther, HNA

Röhrda - Die TG Rotenburg hat in der Handball-Bezirksoberliga der Männer ihren ersten Punktgewinn der neuen Saison verbucht. Im Auswärtsspiel bei der HSG Datterode/Röhrda/Sontra erreichte die Mannschaft von Trainer Tomislav Balic am Samstag ein 22:22 (10:11)-Unentschieden. Lukas Günther erzielte acht Sekunden vor der Schlusssirene den wichtigen Treffer zum 22:22 Ausgleich. 

"Es war ein gutes Spiel mit einem guten Kampf. Ich bin glücklich, dass wir es geschafft haben, einen Punkt zu holen", bilanzierte Rotenburgs neuer Coach Tomislav Balic, der insbesondere die Leistung des jungen Torhüters Henrik Möller in der letzten Viertelstunde hervorhob. "Er hat eine richtig starke Leistung gezeigt und das umgesetzt, was wir im Training geübt haben. Auch die Abwehr hat mit großem Herzen gekämpft." Lediglich im Angriff sieht der 43-Jährige noch Luft nach oben. "Wir erspielen uns super Positionen, aber die Konzentration im Abschluss hat gefehlt. Auch die Ballzirkulation muss schneller sein."

Die Rotenburger erwischten einen guten Start und führten nach sechs Minuten 3:0. Im Verlauf der Partie produzierten die Gäste jedoch immer wieder technische Fehler, sodass die HSG in der 20. Minute zum 8:8 ausglich und wenig später imt einem knappen Vorsprung in die Kabine ging. Nach der Pause drehte die TGR das Ruder wieder herum und ging mit 13:11 (35.) in Führung. Kurz vor der Schlussphase kippte die Partie wieder zugunsten der Gastgeber, die vor den letzten sechs Minuten mit drei Toren führten. Rotenburg gab sich aber nicht geschlagen, kämpfte vor allem in der Abwehr unermüdlich und belohnte sich in der Schlussminute durch Günthers Treffer mit einem Punkt.

22.09.2026 - Alicia Kreth, HNA