Die TG Rotenburg empfängt die HSG Werra/Landeck zum Bezirksoberliga-Derby. Nicht für alle Spieler haben Nachbarschaftsduelle einen besonderen Wert.

Derbys haben keine Sonderstellung: Tom Balk (Mitte) tritt sein zweites Seniorenjahr bei der TG Rotenburg an. © Kost-Siepl, Stefan
Derbys sind auch nicht mehr das, was sie mal waren – zumindest lässt so manches Gespräch mit jungen Spielern darauf schließen. Gibt es unter Sportlern wirklich eine unterschiedliche Haltung zur Bedeutung von Nachbarschaftsduellen? Vor dem Bezirksoberliga-Derby mit der HSG Werra/Landeck am Samstag um 17.30 Uhr in der Großsporthalle haben wir uns bei den Handballern der TG Rotenburg umgehört.
Co-Trainer Simon Golkowski hat auf dem Feld schon so einige Begegnungen mit den Nachbarn von Werra/Landeck und auch Hersfeld erlebt. „Das ist immer ein heißes Eisen“, sagt der 37-Jährige, der bis 2024 selbst zum Rotenburger A-Kader gehörte und den Posten an der Seite von Tomislav Balic zur laufenden Saison übernommen hat. „Da muss man schauen, dass man die Emotionen im Griff hat.“
Ob Derbys nach wie vor einen besonderen Stellenwert haben? „Ich denke schon“, sagt Golkowski. Er muss es wissen: Am vergangenen Wochenende stand er mit dem Rotenburger Reserveteam der HSG Waldhessen gegenüber. „Da hat man schon gemerkt, dass in der Halle etwas anderes in der Luft lag.“ Wichtig sei in solchen Begegnungen, „gut reinzufinden und seine eigenen Stärken abzurufen“. „Dann muss man vor keinem Gegner Angst haben“, weiß Golkowski.
Nachwuchs legt weniger Wert auf Derbys
Eine andere Ansicht vertritt Tom Balk. Der 19-Jährige schaffte in der vergangenen Saison den Sprung aus der Jugend in den Seniorenbereich und hat nun sein zweites Jahr im A-Kader angetreten. „Für uns Jüngere spielen Derbys gar keine so große Rolle“, sagt der Linksaußen. „Die meisten kennen sich und spielen schon seit Jahren gegeneinander. Wir wollen einfach unseren Spaß haben und zwei Punkte holen.“
Die bislang letzten zwei Derbys mit Werra/Landeck hat Balk selbst miterlebt. Beide entschied die TGR mit 29:25 und 40:25 deutlich für sich. „Es waren schöne Spiele mit guter Stimmung“, erinnert sich der 19-Jährige. Für ihn beinhalteten sie ein besonderes Aufeinandertreffen: In den Reihen der HSG steht mit Jonas Barzov nicht nur ein Ex-Rotenburger, sondern auch Balks ehemaliger Deutschlehrer. „Das ist schon cool, sowas hat man nicht oft“, sagt Balk, der am Samstag aus privaten Gründen jedoch nicht dabei sein wird.
Co-Trainer erwartet Teamleistung
Nach der Auftaktniederlage gegen den TSV Eintracht Böddiger und dem Unentschieden gegen die HSG Datterode/Röhrda/Sontra peilt die TG Rotenburg den ersten Sieg an. „Ich erwarte, dass wir eine geschlossene Teamleistung zeigen und jeder das abruft, was er kann“, sagt Golkowski. „Wir sind nicht so gestartet, wie wir es uns erhofft hatten. Gegen Datterode hätten wir auch verlieren können. Aber wir wissen, was wir können, und wollen das jetzt zeigen.“
Weil am selben Tag auch die Frauen in der Bezirksoberliga (siehe Bericht unten) und die zweite Männermannschaft in der Bezirksliga daheim antreten, erhofft sich Balk eine gute Stimmung als Rückenwind: „Im besten Fall gehen wir mit sechs Punkten raus.“
25.09.2026 - Lucca Günther, HNA