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20 Jahre bei den Frauen im Handball-Tor: Bianca „Bäh rchen“ Bähr, die Zuverlässigkeit in Person.© Thomas Walger

20 Jahre bei den Frauen im Handball-Tor: Bianca „Bäh rchen“ Bähr, die Zuverlässigkeit in Person.© Thomas Walger

Eine Ära im Rotenburger Frauenhandall geht zu Ende: Nach 20 Jahren in der ersten Mannschaft räumt Bianca Bähr ihren Platz im Tor. Allerdings nicht ganz freiwillig. Das Knie bereitet arge Probleme.

Schon im vergangenen Jahr war sie stark gehandicapt gewesen. „Manche Bewegungen konnte ich einfach nicht mehr machen. Und voll mittrainieren konnte ich auch nicht. So weitermachen wollte ich nicht, dafür bin ich einfach zu ehrgeizig“, sagt die Keeperin.

Die Entscheidung, jetzt mit dem Handball aufzuhören, sei ihr nicht leicht gefallen. „Da ist manche Träne geflossen, zu Hause und im Training“, sagt die 36-Jährige Baumbacherin.

Dass Bianca Bähr im Tor gelandet ist, war eher ein Zufall. „Bei den Minis wurde jeder mal ins Tor gestellt. Und zu mir hat diese Position offenbar ganz gut gepasst“, erzählt sie. Schon als sie 16 war, rückte sie von der Baumbacher Jugend hoch in die erste Mannschaft der damals neuen Frauen-Spielgemeinschaft FSG Rotenburg/Baumbach. „Damals war ich die Jüngste, zuletzt bin ich die Älteste gewesen.“

Trainerin Anita Beck hat viele Baumbacher Mädchen ausgebildet, die dann das Fundament der FSG-Frauen bildeten. „Wir waren ganz viele. Die Golkowski-Schwestern Simone, Christine, Sandra und Eva, Angela Berndt, Stefanie Dehnhardt, Ellen Weber und ich. Wir waren ein gutes Trüppchen.“ Mitte der 2000er-Jahre war das Handball-Team nicht nur sportliche Heimat, sondern fast identisch mit ihrem Freundeskreis. „Wenn wir nicht in der Schule oder später an der Arbeit waren, dann waren wir beim Handball, als Fans des TSV Baumbach auf dem Fußballplatz oder privat zusammen“, erinnert sich Bianca Bähr. Kein Wunder also, dass für sie die Meisterschaft in der Bezirksoberliga 2004, die verbunden war mit dem Aufstieg in die Landesliga, ihr schönster Erfolg war: „Das war mega. Da sind wir im Fanbus zu den Auswärtsspielen gefahren, und unsere Freunde haben für die Spiele Banner gemalt.“

Nach dem Titelgewinn ging es mit dem Traktor durch Baumbach.“ Sieben Jahre später schaffte es die FSG sogar in die Oberliga. „Das war auch sehr schön, aber von den Emotionen her nicht ganz vergleichbar.“

In ihren 20 Jahren in Rotenburg hat Bianca Bähr viele Trainer erlebt, zum Beispiel Harald Wolf, Anita Beck, Jens Schuhmann, Matthias Gerlich, Jonggi Pasaribu, Simone Larsen Poulsen oder Sebastian Jaschinski. Und egal, unter welchem Coach und egal ob als FSG Rotenburg/Baumbach, als FSG Waldhessen oder als TG Rotenburg - Bianca Bähr war immer mit ganzem Herzen dabei. Die Angst davor, einen harten Wurf mitten ins Gesicht zu kriegen, hat sie nie geplagt: „Die darf man als Torhüterin nicht haben. Darüber denkt man auch gar nicht nach.“

„Ich bin schon eine Mannschaftssportlerin“, sagt Bianca Bähr, „aber ich kann mich auch gut motivieren, wenn ich alleine durch die Fuldaaue laufe oder mit meinem Rennrad fahre.“ Auch das Tennis hat sie für sich entdeckt - durch ihren Freund Thorsten, mit dem sie seit fünf Jahren in Baumbach zusammenlebt.

Die Tennis-Medenrunde – sie tritt für den TC Knüllwald an - läuft von Mai bis September, was perfekt gepasst hat. Denn in diesen Monaten haben die Handballer Sommerpause. Sportlich ambitioniert will Bianca Bähr auch ohne ihren Lieblingssport Handball bleiben. Deshalb hat sie sich auch entschlossen, sich in den nächsten Tagen einer Knie-Arthroskopie zu unterziehen. Dann wird die Staatliche Finanzkontrolle in Kassel, bei der sie als Beamtin beschäftigt ist, ein paar Tage ohne sie auskommen müssen.

Wenn die neue Saison für die TGR-Handballerinnen beginnt, wird Bianca Bähr nur noch zuschauen. In der Vorbereitung würde sie auch gerne die eine oder andere Trainingseinheit mitmachen – wenn das Knie mitspielt. „Und wenn Not am Mann wäre, dann würde ich auch noch mal aushelfen.“

Quelle: HNA

 

TGR-Trainer Trainer Sebastian Jaschinski im Gespräch mit der HNA. Archiv-Foto: HNA / Walger

TGR-Trainer Trainer Sebastian Jaschinski im Gespräch mit der HNA. Archiv-Foto: HNA / Walger

Die Hoffnungen haben sich erfüllt: Die TGR-Frauen können jetzt doch den Klassenerhalt feiern.

Rotenburg – Da seit der vergangenen Woche ja feststeht, dass es auch im hessischen Handball nach dem vorzeitigen Saisonschluss keine Absteiger geben wird, weiß TG Rotenburgs Trainer Sebastian Jaschinski nach einem Monat Bangen und Hoffens: Seine Handballerinnen dürfen auch in der nächsten Serie wieder in der Landesliga anttreten.

Er blickt auf eine ungewöhnliche Punkterunde 2019/20 zurück. Drei von elf Konkurrenten haben die Rotenburgerinnen letztlich deutlich hinter sich gelassen. Doch das hätte unter Umständen nicht zum Klassenerhalt gereicht.

Sie waren im Derbymodus: Michelle Horn (TGR) lässt sich im Hinspiel weder von Alina Braun (links), noch von Anna-Lena Hoffelner (rechts) am Wurf hindern. © Friedhelm Eyert

Sie waren im Derbymodus: Michelle Horn (TGR) lässt sich im Hinspiel weder von Alina Braun (links), noch von Anna-Lena Hoffelner (rechts) am Wurf hindern. © Friedhelm Eyert

Und plötzlich ist die Saison vorbei: Die Handballer werden in diesem Frühjahr in Hessen nicht mehr aufs Parkett zurückkehren.

Rotenburg – Was für die meisten einfach ein Ärgernis ist, kann für die Landesliga-Frauen der TG Rotenburg jedoch weitreichende Folgen haben: Der zurzeit viertletzte Platz könnte den Abstieg bedeuten.