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Rotenburger Volleyballerinnen unterliegen im Auftaktspiel der Oberliga 0:3 gegen Bad Soden II
Rotenburg – „Jeden Tag ein bisschen besser“ lautete einst der Werbeslogan einer bestimmten Supermarktkette. Für den Saisonauftakt der Volleyballerinnen der TG Rotenburg lässt er sich leicht abgewandelt wiederverwenden: Jeden Satz wurden sie ein bisschen besser. In der Oberliga unterlag die TGR der TG Bad Soden II 0:3 (11:25, 14:25, 20:25). Das Duell in Zahlen.
2 Mal wird nach der Liedzeile „If you‘re happy and you know it, clap your hands“ aus dem amerikanischen Kinderlied „If you‘re happy and you know it“ geklatscht. Bei der TGR läuft eine Instrumentalversion des Songs immer dann, wenn eine Mannschaft eine Auszeit nimmt. Von guter Laune fehlte bei der ersten Unterbrechung auf Seiten der Gastgeberinnen aber jede Spur: 2:7 lagen sie da wenige Minuten nach Spielbeginn zurück.
3 Sätze wurden am Samstag gespielt – alle entschied Bad Soden II für sich. Aus Rotenburger Sicht hieß es am Ende 11:25, 14:25 und 20:25. Bad Soden II fand schneller in die Begegnung und spielte von Punkt zu Punkt befreiter auf. Die TGR agierte nervös, leistete sich einfache Fehler und hatte zudem mehrfach Pech bei Netzrollern. Aber: Die Auswahl von Trainerin Elli Rauch und Co-Trainerin Heide Aust kämpfte sich in die Partie. Im dritten Satz entwickelte sich ein ausgeglicheneres Duell, an dessen Ende sich die Gäste ihren ersten Saisonsieg sicherten.
12 Akteurinnen bot die TGR trotz der heiklen Personalsituation auf. Zum Einsatz kamen neun Spielerinnen – unter anderem Olga und Wiktoria Kalinowska, hinter deren Einsatz wegen Verletzungen unter der Woche noch Fragezeichen gestanden hatten. „Beide haben durchgespielt, jetzt müssen wir mal schauen, wie sie die drei Sätze verkraften“, sagte Rauch. „Sie waren heute schon eine Riesenstütze. Bei Wiki hätten wir nicht gedacht, dass wir sie schon im ersten Spiel einsetzen können.“
16 Jahre alt ist Regina Ruba. Die Nachwuchsspielerin, die im Rahmen eines Förderprojekts mit drei weiteren Juniorinnen zum A-Kader der Frauen dazugestoßen ist, schnupperte zum ersten Mal Oberligaluft. Im ersten Satz saß Ruba noch auf der Bank, kurz vor dem Seitenwechsel nahm Rauch sie zur Seite. „Sie hat mich gefragt, ob ich mir das zutraue“, erinnerte sich Ruba. „Vor dem Spiel hatte uns niemand gesagt, ob wir spielen, aber ich hatte mich schon auf die Möglichkeit gefreut. Für mich war das eine große Ehre.“ Was gab Rauch ihr mit aufs Feld? „Ich habe ihr Mut zugesprochen und ihr klargemacht, welche Stärken sie hat“, erklärte die 38-Jährige. „Sie hat es sehr gut gemacht.“ Mehr noch: Weil Ruba sich bereiterklärte, auf der Mittelposition zu spielen, rutschte Anne Wulkau nach außen. „Sie hat bestimmt sechs Jahre nicht auf außen gespielt, hat da heute aber richtig Druck gemacht“, lobte Aust.
34 Minuten dauerte es, ehe die Rotenburgerinnen in ihrem Wohnzimmer das erste Mal in Führung gingen. Das war im zweiten Satz beim Stand von 4:3. „Wir sind absolut nervös gestartet, weil wir nun mal ein neu zusammengestelltes Team sind und die erste ernste Spielsituation erlebt haben“, sagte Co-Trainerin Aust später. „Unsere Gegnerinnen spielen seit Jahren unverändert zusammen und waren uns in Sachen Sicherheit meilenweit voraus.“ Auch deshalb blieb es auf Rotenburger Seite im Vergleich hörbar leiser. „Eigentlich ist Lautstärke schon unser Stil“, sagte Aust. „Aber die Neuen orientieren sich auf dem Feld erstmal, wie die Situation ist. Da ist es schwierig, gleich solch eine Stimmung aufzubauen.“
80 Zuschauer wohnten dem Spiel bei. Die Rotenburger Volleyballerinnen sind eine größere Kulisse gewohnt, allerdings machten ihnen die Saisoneröffnung der TGR-Handballerinnen und -Handballer sowie das Annotopia-Festival Konkurrenz. LUCCA GÜNTHER
Quellenangabe: Rotenburg-Bebraer Allgemeine vom 07.09.2026, Seite 34
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