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ABEND DES SPORTS

Land- und Sportkreis zeichnen Sportler, Trainer und Ehrenamtler in Bad Hersfeld aus

Das große Finale: Die Sportler des Jahres, Sponsoren, Landrat Torsten Warnecke (obere Reihe links), Sportkreis-Vorsitzender Daniel Iliev (vordere Reihe rechts) und Moderator Daniel Granitzny (mittlere Reihe links). © Alle Fotos: Friedhelm Eyert

Bad Hersfeld – Landrat Torsten Warnecke fasst sich kurz. Sehr kurz. „Ja“, antwortet er knapp, als ihn Moderator Daniel Granitzny (Hit Radio FFH) fragt, ob sich der „Abend des Sports“ im Kreis Hersfeld-Rotenburg schon etabliert habe. Mit einem einfachen „ja“ würden wohl auch die meisten der etwa 250 Gäste nach der dritten, ebenso stimmigen wie stimmungsvollen Auflage der Sportlerehrung im Bad Hersfelder Audimax antworten. Punkt.

Gehörlosen-Sportler, Handballer, Kampfsportler, Kanuten, Leichtathleten, Radsportler, Schützen, Volleyballer und und und – die ganze Bandbreite der lokalen Sportszene ist am Freitagabend vertreten. Für besondere sportliche Leistungen und soziale Verdienste werden Athleten, Trainer und Ehrenamtliche jährlich in zwölf Kategorien von der Sportförderung des Landkreises sowie vom Sportkreis ausgezeichnet. Eine Fachjury hatte sich zuvor auf die Gewinner festgelegt. Die Vorschläge kommen aus den Vereinen und Fachverbänden des Sportkreises.

Nominiert werden können nur Sportler und Sportlerinnen, die ihre Leistungen für einen Verein des Landkreises erbracht haben. „Ihr seid die Multiplikatoren. Tragt die Nachricht raus in eure Vereine, damit wir im nächsten Jahr noch mehr Nominierungen bekommen“, sagt Daniel Iliev, seit Mai Vorsitzender des Sportkreises, am Ende der vierstündigen Veranstaltung.

Erst gibt´s an den festlich eingedeckten Tischen Fingerfood im bayerischen Stil, dann Pokale, Blumen und Urkunden für die Sieger. Die jeweiligen Gewinner werden von den Sponsoren der Veranstaltung präsentiert – verbunden mit kurzen Interviews. Große Reden werden beim Abend des Sports nicht gehalten – stattdessen großartige Leistungen gewürdigt. Sandra Trausch-Dalitz, Geschäftsführerin der Hersfelder Zeitung, bringt es auf den Punkt: „Es gibt zwar leider immer nur einen Sieger, aber alle die nominiert sind, dürfen sich hier und heute als Gewinner fühlen“, sagt sie.

Jetzt könnte man ja unzählige Geschichten vom Abend des Sports erzählen. Doch leider können wir das in diesem Artikel nicht leisten. Deshalb beschränken wir uns auf einige, ganz besondere Momente. Los geht´s.

Abdula Bajrami (11), Nachwuchssportler des Jahres 2024, holt zur Pokalübergabe einfach mal seine fünfjährige Schwester Alita auf die Bühne – und sagt dann strahlend: „Ich fühle mich aufregend.“ Wie warm kann Applaus sein? Der junge Judoka des TV Hersfeld hat große Ziele. „Ich würde gern mal bei einer EM mitmachen“, verrät er. Seine Eltern strahlen.

Als Trainer des Jahres wird Lothar Brill ausgezeichnet. Er coacht die Luftpistolenschützen von Hubertus Blankenheim in der 2. Bundesliga. Seinen Pokal reckt er in Siegerpose euphorisch in die Höhe. „Ich freue mich unglaublich. In mir kocht es“, sagt er. Und dankt mit zittriger Stimme seiner Ehefrau: „Sie hält mir immer den Rücken frei, sonst würde das alles so nicht funktionieren.“ Gänsehaut.

Und dann gibt´s eine Videoschalte. Nach Ecuador. Dort sitzt Heide Aust in einem Tiny House am geöffneten Fenster – im Hintergrund der Chimborazo, ein aktiver Vulkan und mit mehr als 6200 Metern Ecuadors höchster Berg. Die Volleyball-Abteilungsleiterin und Spielerin der TG Rotenburg wird als Vereinsvertreterin des Jahres ausgezeichnet. Den Preis nehmen ihre Eltern auf der Bühne entgegen. „Ich bin sehr bewegt. Ich möchte meinen Eltern danken, denn ihre Erziehung hat mich zu einem Teamplayer gemacht und gelehrt, mich für die Gemeinschaft zu engagieren“, sagt Heide Aust.

Die Sportlerin des Jahres, Sportschützin Natascha Hiltrop, wird ebenfalls per Videocall in den Saal geschaltet. Sie sitzt am Freitagabend in ihrer Wohnung im südhessischen Hünstetten und büffelt für ihren Bachelor-Abschluss. „Mein nächstes sportliches Ziel ist die WM in Korea im nächsten Herbst“, berichtet sie. Gleich zwei Goldmedaillen hatte sie 2024 bei den Paralympics in Paris geholt. Wow!

Sportler des Jahres wird, wie schon im vergangenen Jahr, Radsportler Heiko Katzler aus Kirchheim. „Den Pokal stelle ich neben den vom letzten Jahr in mein Büro“, verrät der bärenstarker Zeitfahrer, der immer besser wird.

Als Trainerin des Jahres wird Sabine Teichmann vom TV Hersfeld geehrt – und räumt mit ihren Handballerinnen als Mannschaft des Jahres gleich noch einmal ab. „Läuft, würde ich mal sagen“, sagt sie schmunzelnd. Das trifft auch auf den Abend des Sports und dessen dritte Auflage zu.SASCHA HERRMANN