Sina Jacob (Mitte) aus Rotenburg absolviert seit September einen einjährigen Freiwilligendienst beim Roten Kreuz in Tansania - 6200 Kilometer von ihrer Heimat entfernt.

Sina Jacob (Mitte) aus Rotenburg absolviert seit September einen einjährigen Freiwilligendienst beim Roten Kreuz in Tansania - 6200 Kilometer von ihrer Heimat entfernt.

Sina Jacob aus Rotenburg absolviert seit September einen einjährigen Freiwilligendienst beim Roten Kreuz in Tansania - 6200 Kilometer von ihrer Heimat entfernt. 

Ihre neue Heimat auf Zeit heißt Bukoba, eine Stadt an der Westküste des Victoriasees, mit gut 90 000 Einwohnern etwa sechs Mal so groß wie Rotenburg. Dort geht sie regelmäßig in ein Waisenhaus, spielt mit den Kindern und bringt ihnen Lesen und Schreiben bei. Sina Jacob engagiert sich zudem in einem Projekt mit Straßenkindern, das ehemalige Teilnehmer des Freiwilligendienstes Weltwärts, über den auch Sina nach Afrika gekommen ist, ins Leben gerufen haben. Die Rotenburgerin hat zudem Jugendrotkreuz-Clubs an Sekundarschulen in ganz Bukoba mitgegründet. „Wir bringen Schülern Erste Hilfe bei und klären sie über hier häufig vorkommende Krankheiten auf.“

Regelmäßig Stromausfall

Vieles, was sie aus Deutschland kennt, sei in Tansania alles andere als selbstverständlich. „Die Wäsche mit der Hand zu waschen und kalt zu duschen gehören genauso zum Alltag, wie regelmäßige Strom- und Wasserausfälle.“ Wer nicht gerade Unsummen ausgeben wolle, müsse auf einiges verzichten berichtet sie: „Schokolade, Äpfel, nahezu alles, was es bei uns im Kühlregal zu kaufen gibt, eine Waschmaschine, einen Kühlschrank, einen Ofen.“ Dafür bekomme man Unmengen an exotischen Früchten für umgerechnet ein paar Cent.

In ihrer Freizeit trainiert Sina Jacob, die bislang in der zweiten Volleyball-Damenmannschaft der TG Rotenburg aktiv war, beim Bukoba Volleyball Club. „Der Zustand des Volleyballfeldes, des Netzes und der Bälle war jedoch von Anfang an nicht sonderlich gut“, erzählt sie. „Da die Spieler nicht genügend Geld für ein neues Netz haben, mussten sie ein altes, ausgeleiertes Netz nutzen, welches kaum noch seinen Zweck erfüllte.“ Deshalb wandte sich Sina Jacob an ihren Heimatverein. Der TG Rotenburg habe sich sofort bereit erklärt, mit einer Spende zu helfen. „Wir konnten dann nicht nur eine neues Netz, sondern gleich auch noch neue Bälle anschaffen.“

Auch persönlich habe sie die Zeit in Afrika schon jetzt viel gebracht. „Das Jahr hier in Tansania ist wie ein Sprungbrett ins Erwachsensein“, schreibt sie. „Ich bin schon jetzt viel selbstständiger und offener anderen Menschen gegenüber, meine Frustrations- und Toleranzgrenze ist enorm gestiegen und ich bin selbstkritischer geworden.“

Mit am meisten beeindruckt sie die Gelassenheit, mit der die Tansanier an die Arbeit und in den Alltag gehen. „Hier läuft alles nach dem Motto polepole, was auf Swahili langsam, langsam heißt.“

Kontaktadresse und mehr Informationen gibt es im Internetblog von Sina Jacob unter: www.voluntaryservicetanzania.wordpress.com

Ministerium zahlt 75 Prozent der Kosten

Menschen wie Sina Jacob, die Freiwilligendienst leisten, sind auf Spenden angewiesen. Der Dienst Weltwärts wird vom Bundesentwicklungsministerium mit 75 Prozent unterstützt. Den Rest muss die Entsendeorganisation aufbringen, in Sina Jacobs Fall das Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe. Mit den Spenden wird konkret der Dienst vor Ort unterstützt, nicht die Projekte selbst, betont die Rotenburgerin. „Somit sind Spender direkt daran beteiligt, mir meinen Aufenthalt zu ermöglichen, wovon auch meine Projekte profitieren“, betont sie. 

Zur Person

Sina Jacob ist 19 Jahre alt und stammt aus Rotenburg. Nachdem sie im Juni ihr Abitur an der Jakob-Grimm-Schule abgelegt hatte, wollte sie Menschen in Afrika helfen – und ging mit dem Freiwilligendienst Weltwärts für nach Tansania. Im September kommt sie zurück. Sina Jacob spielte in ihrer Heimat Volleyball bei der TG Rotenburg.

Quelle: Hersfelder Zeitung